Kurzantwort: Fett aus der Küche erstarrt im Rohr, bildet Ablagerungen und verengt die Leitung immer weiter. Heißes Wasser, Natron-Essig oder ein Hochdruckspüler lösen das Problem - je nach Schwere. Zuverlässige Vorbeugung ist es, Fett grundsätzlich nicht in den Abfluss zu schütten.
Wie entsteht eine Fettablagerung im Rohr?
Beim Kochen und Spülen gelangen Fettreste, Öle und Speisereste in den Abfluss. Im warmen Wasserstrom bleiben sie zunächst flüssig. Doch sobald das Wasser kühler wird - schon wenige Dezimeter unterhalb des Siphons - erstarrt das Fett an den Innenwänden des Rohrs. Schicht für Schicht wächst diese Ablagerung. Haare, Lebensmittelreste und andere Partikel kleben sich daran fest. Nach Wochen oder Monaten verengt sich der Rohrquerschnitt so weit, dass das Wasser kaum noch abläuft.
In Münsteraner Mehrfamilienhäusern ist die gemeinsame Küchenleitung besonders gefährdet: Mehrere Haushalte tragen gleichzeitig Fett bei, und die Ablagerungen wachsen entsprechend schneller.
Anzeichen für Fettablagerungen
- Der Abfluss läuft nach dem Kochen zunehmend langsamer
- Es riecht nach ranzigem Fett oder Abwasser
- Die Verstopfung ist nicht schlagartig eingetreten, sondern schleichend gewachsen
Thermische Methode: heißes Wasser
Bei leichten Fettablagerungen kann kochendes Wasser helfen. Gießen Sie einen vollen Wasserkocher langsam und gleichmäßig in den Abfluss - das Fett schmilzt an und kann mit dem Abfluss-strom weitergespült werden. Wiederholen Sie das Verfahren drei- bis viermal. Wichtig: Kunststoffrohre vertragen keine dauerhaft kochenden Wassermengen - gießen Sie langsam und in Etappen.
Natron und Backpulver als erste Hausmittel
- Schütten Sie 3 bis 4 Esslöffel Natron in den Abfluss.
- Gießen Sie danach ein halbes Glas Essig hinein.
- Warten Sie 20 bis 30 Minuten - die Reaktion löst leichte Ablagerungen.
- Spülen Sie mit reichlich heißem (nicht kochendem) Wasser nach.
Diese Methode eignet sich für regelmäßige Pflege, löst aber keine schweren Fettpolster in der Grundleitung.
Mechanische Reinigung mit Spirale
Sitzt das Fettpolster tiefer, hilft eine Rohrspirale. Die spiralförmige Stahlseele wird in den Abfluss eingeführt und durch Drehen in die Ablagerung geschraubt. Bei Fettrückständen ist das allerdings mühsam - die Spirale durchbohrt das Fett, löst es aber selten vollständig.
Hochdruckspülung durch den Fachbetrieb
Die gründlichste Methode ist die Hochdruckspülung. Mit einem rotierenden Düsenkopf unter bis zu 150 bar Druck werden Fettablagerungen von den Rohrwänden gefräst und weggespült. Diese Methode erreicht auch Ablagerungen in der Grundleitung und hinterlässt ein nahezu glasreines Rohr. Kosten in Münster: 120 bis 300 Euro je nach Länge der Leitung.
Vorbeugung: So hält Ihre Leitung länger sauber
- Fett und Öle grundsätzlich nicht in den Abfluss schütten - abgekühltes Fett in der Biotonne entsorgen
- Nach fetthaltigen Gerichten stets reichlich heißes Wasser nachlaufen lassen
- Siebe in Abflüsse einlegen, die grobe Speisereste zurückhalten
- Einmal wöchentlich einen Kocher voll heißes Wasser durch die Küchenleitung spülen
- Jährliche Rohrreinigung als Wartungsmaßnahme - das kostet deutlich weniger als die Beseitigung einer schweren Verstopfung