Eine Rückstauklappe schützt Ihr Gebäude in Münster vor einströmendem Abwasser aus dem öffentlichen Kanal - besonders bei Starkregen, wenn das Kanalnetz überlastet ist. Einbau und regelmäßige Prüfung sind entscheidend dafür, dass die Klappe im Ernstfall auch wirklich funktioniert.
Welche Typen von Rückstauklappen gibt es?
- Einfache Rückstauklappe: Mechanisch, kein Strom nötig, schließt selbsttätig bei Rückstau. Günstig, aber während des Rückstaus kann keine Entwässerung stattfinden.
- Rückstauklappe mit Motorantrieb: Schließt elektrisch gesteuert und schneller. Zeigt per Lampe oder Signal den Schließzustand an.
- Hebeanlage: Pumpt Abwasser aktiv an der Rückstauebene vorbei. Pflicht für dauerhaft genutzte Kellerräume nach DIN EN 12056.
Rückstauklappe einbauen - Schritt für Schritt
- Lage der Abwasserleitung im Keller oder im Erdreich vor dem Haus ermitteln.
- Rohrdurchmesser messen (gängige Maße: DN 100 oder DN 150).
- Passende Klappe für Material (PVC, Grauguss, Edelstahl) und Nennweite auswählen.
- Hausanschlussventil schließen und Rohrabschnitt freilegen.
- Rohrstück entsprechend der Klappenlänge herausschneiden.
- Klappe in Fließrichtung einbauen (Pfeil auf Klappe beachten) und dicht verbinden.
- Zugänglichkeit sicherstellen - Klappe muss für Wartung erreichbar sein (Revisionsöffnung).
- Einbau durch Fachbetrieb abnehmen lassen und für Versicherung dokumentieren.
Rückstauklappe richtig prüfen
Mindestens einmal jährlich sollte die Klappe geprüft werden - besonders vor der Regenperiode, die in Münster erfahrungsgemäß intensive Niederschläge bringen kann.
- Sichtprüfung: Klappenblatt frei von Ablagerungen? Keine Korrosion oder Risse?
- Funktionsprüfung: Klappe manuell schließen und auf Dichtheit prüfen.
- Dichtung: Gummidichtung auf Risse oder Verhärtung kontrollieren - ggf. austauschen.
- Motorklappen: Elektrische Verbindung und Signalleuchte prüfen.
- Protokollieren: Prüfdatum und Ergebnis notieren.
Kosten für Einbau und Wartung in Münster
Material für eine einfache DN-100-Rückstauklappe: ca. 30 bis 100 Euro. Fachgerechter Einbau inkl. Freilegen des Rohres: ca. 200 bis 600 Euro. Hebeanlage inkl. Einbau: ca. 1.000 bis 3.500 Euro. Jährliche Wartung durch Fachbetrieb: ca. 50 bis 150 Euro.
Häufige Fragen
Muss ein Fachmann die Rückstauklappe einbauen?
Für den Versicherungsschutz ist ein fachgerechter Einbau und eine Abnahmedokumentation in der Regel Voraussetzung. Wer selbst einbaut, riskiert im Schadensfall Probleme mit der Versicherung. Ein Fachbetrieb empfiehlt sich daher.
Gilt die Rückstauklappe auch für Dauernutzung im Keller?
Nein. Für dauerhaft genutzte Räume unterhalb der Rückstauebene - z. B. Kellerbüro oder Wohnkeller - ist laut DIN EN 12056 eine Hebeanlage vorgeschrieben, keine einfache Klappe.
Was passiert, wenn die Klappe im Rückstaufall schließt?
Während die Klappe geschlossen ist, kann das Gebäude im geschützten Bereich keine Entwässerung nutzen (Toiletten, Waschmaschine im Keller). Erst wenn der Rückstau nachlässt und die Klappe wieder öffnet, ist Normalbetrieb möglich.